In Erwartung eines No-Deal-Brexit Großbritanniens aus der Europäischen Union, hat die britische Regierung neue Regeln für die Grenzkontrollen und die Einwanderung von EU-Bürgern vorgestellt.

Diese Regeln betreffen EU-Bürger, die bis zum 31. Dezember 2020 in das Vereinigte Königreich einwandern möchten. Kurzaufenthalte bleiben von dieser Regelung unberührt.

 

1. Strengere Grenzkontrollen und Kriminalitätsschwelle für Abschiebung von EU-Bürgern
Die neuen Einwanderungspläne sehen strengere Grenzkontrollen und eine strengere Durchsetzung der Einwanderungsgesetzte vor. Des Weiteren sollen Gesetzesverstöße als Grundlage für eine Abschiebung behandelt werden.

 

2. „Pre-Brexit“ Optionen für EU-Bürger
EU-Bürger, die noch vor dem Brexit am 31. Oktober 2019 in Großbritannien ankommen und dort leben, haben bis Ende des Jahres 2020 Zeit,

unter dem sogenannten EU Settlement Scheme einen Antrag zu stellen. Die Antragsvoraussetzungen unter dem EU Settlement Scheme sind deutlich weniger aufwendig als bei Anträgen,

die nach dem Brexit oder von Nicht-EU-Bürgern gestellt werden müssen.

 

3. European Temporary Leave to Remain (Euro TLR):
Zwischen dem Brexit am 31. Oktober 2019 und dem 31. Dezember 2020 können sich EU-Bürger unter dem Einwanderungsprogramm European Temporary Leave to Remain (Euro TLR)

für eine bis zu 3 Jahre gültige Aufenthaltserlaubnis bewerben. Ab dem 31. Dezember 2020 werden EU-Bürger, die sich noch nicht für das Euro TLR beworben haben,

anderen Nicht-EU-Bürgern unter dem Einwanderungsgesetz voraussichtlich gleichgestellt und erhalten keine Vorzugsbehandlung mehr.

 

4. Geplantes Punktesystem für Einwanderer
Die Verkündung der neuen Einwanderungsregeln sieht auch die Einführung eines Punktesystems für Einwanderer vor.

Dieses System ist an das australische Punktesystem angelehnt und soll verhindern, dass Antragsteller aufgrund deren Staatsbürgerschaft benachteiligt werden.

 

5. Irische Staatsbürger von neuen Einwanderungsregeln nicht betroffen
Irische Staatsbürger sollten nicht von den neuen Einwanderungsplänen betroffen sein,

da sie aller Voraussicht nach weiterhin einen besonderen Status aufgrund der Common Travel Area Vereinbarungen haben werden.

Diese erlauben irischen Staatsbürgern Großbritannien ohne vorherige Erlaubnis zu betreten, dort zu leben und zu arbeiten.